Den Antrag auf Einrichtung einer Waffenverbotszone stellte die CDU-Fraktion bereits vor einem Jahr und schon damals sagte Ordnungsdezernent Stochla „man werte die Situation aus und prüfe die Voraussetzungen einer Waffenverbotszone“. Warum diese Prüfung ein Jahr später immer noch nicht abgeschlossen und die gemeinsame Arbeitsgruppe immer noch nicht eingerichtet ist erschließt sich nicht. Beispiele wie die Stadt Wiesbaden zeigen, dass eine solche Maßnahme zügig umzusetzen ist. Angst vor grüner Gegenwehr braucht die SPD-Fraktion jedenfalls nicht zu haben, die CDU-Fraktion würde Waffenverbotszonen an kriminalitätsträchtigen Orten unterstützen, sodass ein entsprechender Antrag problemlos eine politische Mehrheit finden würde, so der sicherheitspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Stefan Kortmann. Falls die zögerliche Umsetzung der Einrichtung einer Waffenverbotszone am linken Flügel der SPD liegt, darf nicht vergessen werden, dass es hier um die Sicherheit in der Stadt Kassel geht, politische Befindlichkeiten sollten da zurückstehen. Nicht umsonst verweist die Polizei bei der Frage nach den überfälligen Waffenverbotszonen vielsagend auf die Stadt Kassel. Letztlich ist eine Waffenverbotszone ein wirksames, zusätzliches Mittel für die Mitarbeiter von Ordnungsamt und Polizei bei der Bekämpfung der Straßenkriminalität. Es geht hier nicht darum, dem Innenstadteinkäufer das Taschenmesser am Schlüsselbund wegzunehmen, sondern darum, Kriminalitätsschwerpunkte waffenfrei zu halten und so das Risiko schwerster Verletzungen zu minimieren. Polizei und Ordnungsamt sind mit Sicherheit in der Lage zu differenzieren, wann ein Verstoß im Sinne einer Waffenverbotszone vorliegt und wann nicht. Nach einem Jahr Waffenverbotszone berichtete die Stadt Wiesbaden von 110 sichergestellten Messern in diesem Bereich, das heißt, dass 110-mal die potenzielle Nutzung eines Messers verhindert wurde, diese Zahlen sprechen für sich. Auch der Abschreckunsgedanke sollte nicht vergessen werden, da Verstöße empfindliche Geldbußen nach sich ziehen können. Würde man die Kasseler Bevölkerung befragen, stößt man sicherlich auf eine sehr breite Zustimmung für die Einrichtung von Waffenverbotszonen sagte Kortmann abschließend.

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