Es ist schon bemerkenswert, wenn der scheidende Stadtbaurat Nolda (Bündnis90/Grüne) seinen Abgang damit begründet, dass er für eine Verlängerung seiner Amtszeit keine Mehrheiten in der Stadtverordnetenversammlung erkennen kann. Dies verwundert sehr, da die Freien Wähler ihre Unterstützung für Herrn Nolda nicht nur signalisiert, sondern sogar einen Antrag auf Wiederwahl des grünen Stadtbaurates gestellt haben. Zusammen mit den Freien Wählern hätten SPD und Grüne eine Mehrheit von 37 Stimmen in der Stadtverordnetenversammlung. Dass Herr Nolda dennoch befürchtet, nicht wiedergewählt zu werden, kann in dieser Konstellation dann nur damit zusammenhängen, dass er davon ausgeht, nicht alle Stimmen aus dem rot-grünen Lager zu bekommen. Dies ist ein deutliches Zeichen für die Zerstrittenheit der Fraktionen von SPD und Grünen, so CDU-Stadtverordneter Jörg Hildebrandt. „Offenbar wird Herr Nolda selbst in den eigenen Reihen teilweise als nicht mehr tragbar angesehen“, so Hildebrandt. An dieser Stelle bewahrheitet sich, was die CDU-Fraktion immer kritisiert hat: die von der SPD gewollten wechselnden Mehrheiten sind in ihrer Beliebigkeit untauglich, um sachliche und personelle Entscheidungen herbeizuführen. Unabhängig davon ist die CDU natürlich nicht traurig, wenn ein Stadtbaurat geht, der in Kassel durch ideologische Entscheidungen an den Bedürfnissen der Menschen vorbei viel Schaden angerichtet hat, so Hildebrandt.

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