Kassels Hauptverkehrsstraßen müssen leistungsfähig bleiben, weil sonst das System der verkehrsberuhigten Nebenstraßen nicht funktionieren kann und Anwohner durch Schleichverkehre belastet werden. „Deswegen erteilen wir allen Rückbauplänen ebenso eine Absage wie den Überlegungen, die Wolfhager Straße in eine Mischverkehrsfläche zu verwandeln“, erklärte der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dominique Kalb. Die sogenannte „Shared-Space“-Philosophie, nach der sich alle Verkehrsteilnehmer eine Verkehrsfläche teilen sollen, eignet sich nicht für Hauptstraßen wie die Wolfhager-Str, die durch eine hohe Kfz-Belastung und LKW-Verkehr geprägt ist. Der Abbau von Ampeln sowie anderen Verkehrsleit- und Sicherheitseinrichtungen würde die Gefahr von schweren Unfällen erhöhen und wäre insbesondere für schwächere Verkehrsteilnehmer wie z.B. Kinder, Senioren und Sehbehinderte, die auf gesicherte und deutlich erkennbare Verkehrsführungen angewiesen sind, ein erhebliches Sicherheitsrisiko. „Wer Verkehrswege lediglich unter stadtgestalterischen Aspekten umbauen will, der muss den Menschen auch sagen, welche Nachteile mit diesbezüglichen Visionen verbunden sind“, so Kalb. Neben den Sicherheitsaspekten gehört zu den Nachteilen auch die Reduzierung von Parkplätzen, da für Mischverkehrsflächen gute Sichtbeziehungen elementar sind. Hinzu kommt, dass für eine gesamtstraßenräumliche Umgestaltung sehr hohe Investitionen notwendig wären. Dieses Geld sollte besser in die notwendigen Reparaturen defekter Straßen, Rad- und Gehwege investiert werden.

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