Nicht die angebliche Blockadehaltung des Landes, sondern die mangelnde Zustimmung zahlreicher Vertreter der Umlandgemeinden stellen ein Hindernis für die Realisierung einer Regionalreform dar, erklärte der stadtentwicklungspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dominique Kalb. Während sich die CDU in Stadt und Landkreis mit einem gemeinsamen Vorschlag für einen Regionalverband positioniert hat, ist es der SPD bislang nicht einmal gelungen, einen Minimalkonsens zwischen maßgebenden Genossen aus Stadt und Landkreis zu erzielen. Gemeint sind vor allem SPD-Gemeindevertreter aus betroffenen Umlandgemeinden, die sich seit Beginn der Diskussionen ablehnend gegenüber den Vorstellungen der SPD in Kassel äußern oder durch beredtes Schweigen glänzen. Deren bislang ausgebliebenes Votum pro Regionalreform ist jedoch unerlässlich. Es ist ja nachvollziehbar, wenn die Genossen in Kassel ihre eigenen Versäumnisse aus den 70er Jahren, als eine Regionalreform noch problemlos möglich war, verdrängen und den schwarzen Peter jetzt jemand anderem in die Schuhe schieben wollen. „Mit der Realität hat dies jedoch nichts zu tun. Und mit dem Finger auf andere zu zeigen, während man seine eigenen Aufgaben vor Ort noch nicht erledigt hat, ist ganz schlechter Stil“, so Kalb. Die CDU-Fraktion Kassel setzt weiterhin auf das von der CDU in Stadt und im Landkreis gemeinsam erarbeitete Modell eines Regionalverbandes, dem sich die umliegenden Gemeinden auf freiwilliger Basis anschließen können.

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