Die Äußerungen des Ausländerbeiratsvorsitzenden der Stadt Kassel zum Ausgang des Verfassungsreferendums in der Türkei lassen in Teilen aufhorchen und sorgen für Verwunderung.

„Sicherlich hat Herr Saygin das gute Recht auf seine private Meinung, ob bestimmte Themen im Unterricht deutscher Schulen behandelt werden sollen oder nicht, jedoch sind dessen Äußerungen in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Ausländerbeirats deplatziert“, kritisiert CDU-Fraktionsvorsitzender Dr. Michael von Rüden. Mit diesen Äußerungen hat sich Herr Saygin in die falsche Richtung begeben und man darf sich durchaus die Frage stellen, inwieweit Herr Saygin den Begriff Integration sowohl bei sich als auch bei der Bevölkerungsgruppe, die er vertritt, vorlebt und verinnerlicht hat. Auch hätte sich die CDU-Fraktion von Herrn Saygin eine deutliche Distanzierung und Verurteilung der wiederholten Nazi-Vergleiche durch Präsident Erdogan gewünscht, anstatt lediglich von einer unglücklichen Äußerung zu sprechen. Ebenso hätte Herr Saygin in diesem Zusammenhang nicht die Wahlkampfauftritte türkischer Politiker in Deutschland unerwähnt lassen dürfen, wenn er der Wahrheit tatsächlich die Ehre hätte geben und negative Tendenzen ernsthaft hätte kritisieren wollen. Bleibt zu hoffen, dass Herrn Saygin an dieser Stelle lediglich ein Missgeschick passiert ist. Andernfalls müsste das Thema Integration und Ausländerbeirat noch einmal aufgegriffen werden, so Dr. von Rüden.

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