Während sich andere Städte längst auf die Nachfrage beim Fernbusverkehr eingestellt haben, verschläft Kassels Stadtbaurat Nolda (Grüne) diese Entwicklung weiterhin konsequent. „Es ist ein Armutszeugnis, dass Kassel immer noch keinen geeigneten Fernbusbahnhof hat. Seit der Liberalisierung des Fernbusverkehrs Anfang 2013 sind mehr als 3,5 Jahre vergangen und der verantwortliche Stadtbaurat von den Grünen, mit dem die SPD offenbar weiter regieren will, hat es in dieser Zeit noch nicht einmal geschafft, einen Standortvorschlag zu prüfen“, kritisiert der verkehrspolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Dominique Kalb. Für die CDU-Fraktion ist klar, dass Kassel sowohl aus verkehrsplanerischen Überlegungen als auch zur Förderung der Erreichbarkeit und des Tourismus ein Eigeninteresse an einem Busbahnhof haben muss. Kassel ist für Fernbusunternehmen als Drehkreuz und Umsteigestandort sowohl für nationale als auch für internationale Buslinien hoch interessant. „Anstatt vorhandene Chancen zu nutzen, ist das Ergebnis des Unwillens und der Entscheidungsschwäche von Stadtbaurat Nolda eine anhaltend unkoordinierte Haltestellensituation, die von wenig Attraktivität und Kundenfreundlichkeit geprägt ist. Dies ist kein Aushängeschild für Kassel und Herr Nolda sollte endlich handeln statt Kassel weiterhin zu schaden“, so Kalb. Bei etwas gutem Willen wäre die Standortfrage in kürzester Zeit lösbar, wobei für die CDU nur Standorte mit guter Autobahn- und ÖPNV-Anbindung wie z.B. Auestadion oder der Parkplatz „Leistersche Wiesen“ am Kreisel zur Entlastung des innerstädtischen Verkehrs sinnvoll erscheinen. Wenn die Stadt einen Fernbusbahnhof nicht selber bauen kann oder will, müssen entsprechende Partner gesucht werden. Da der Betrieb von Fernbusbahnhöfen durchaus für private Unternehmen von Interesse sein kann, wenn neben Nutzungsgebühren für die Fernbusanbieter und der Vermietung von Werbeflächen zusätzliche Einnahmequellen aus Vermietung und Verpachtung von Ladenflächen für Gastronomie und Reisebedarf erschlossen werden können, ist Herr Nolda gefragt, hierzu ein Interessenbekundungsverfahren durchzuführen. Hierbei kann zwischen verschiedenen möglichen Betreibermodellen abgewogen werden. Vorstellbar wäre, dass die Stadt die für den Bau eines Fernbusbahnhofes und seiner Infrastruktur, zu der auch Aufenthaltsräume und sanitäre Anlagen gehören, notwendigen Flächen kostengünstig z.B. im Rahmen einer Verpachtung zur Verfügung stellt.

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