Die CDU-Fraktion in der Kasseler Stadtverordnetenversammlung bedauert, dass man bei der Magistratsvorlage zum Bau eines documenta-Instituts ohne breite Beteiligung vor vollendete Tatsachen gestellt wird. Am Montag war das Konzept mit dem Standort auf dem bisherigen Parkplatz am Holländischen Platz im Magistrat vorgestellt worden. Nächste Woche erfolgt die erste Beschäftigung im Kulturausschuss. „Fünf Tage später soll die Stadtverordnetenversammlung Ort, Kostenrahmen und Konzept beschließen, damit das Projekt offenbar noch in der Amtszeit von Oberbürgermeister Hilgen unter Dach und Fach ist“, so der CDU-Fraktionsvorsitzende Dr. Michael von Rüden. „Das durch Bund und Land maßgeblich finanzierte documenta-Institut ist gut für Kassel und wird von der CDU in Stadt, Land und Bund unterstützt. Umso bedauerlicher ist es allerdings, dass weder an der Standortfindung noch an der Konzeptentwicklung die Kulturpolitiker, die Fraktionen und am Thema documenta Interessierte beteiligt wurden“, betont Marcus Leitschuh als kulturpolitischer Sprecher der CDU-Fraktion. Der CDU ist neben der wissenschaftlichen Ausrichtung auch eine Anlaufstelle für Touristen und Bürger zwischen den documenta-Ausstellungen mit einer guten Präsentation des Archivs und der Institution documenta wichtig, welche die „Neue Galerie“ als Museum für zeitgenössische Kunst und das Fridericianum mit Kunstverein und Ausstellungsbetrieb ergänzt. Deshalb wäre ein Standort mit Bezügen zur documenta z.B. am Friedrichsplatz wünschenswert gewesen. Leitschuh: „Kassel muss die einmalige Gründungschance dieses Instituts und auch den documenta-Sommer zur Gewinnung von Förderern nutzen. Die Chance einer breit aufgestellten Konzeptentwicklung wurde allerdings verschenkt.“ Jeder Änderungsvorschlag an der Magistratsvorlage ist jetzt faktisch nicht mehr möglich. „Hier wird Zeitdruck vorgegeben, alle weiteren Ideen könnten deshalb leicht als Gefährdung des Gesamtprojektes abgewürgt werden“, so Dr. Michael von Rüden.

Vorheriger Beitrag Nächster Beitrag