Zur Erinnerung an die Kasseler Bombennacht vor 75 Jahren lädt die Stadt Kassel am Montag, 22. Oktober, um 18 Uhr zu einer öffentlichen Gedenkveranstaltung mit dem Titel "Erinnern und Versöhnen" in die Martinskirche ein. Die Kirche ist ab 17.15 Uhr geöffnet.

Oberbürgermeister Christian Geselle wird die Gäste in der Martinskirche begrüßen. In seinem Vortrag blickt er nicht nur auf die Bombennacht zurück, sondern geht auch auf die Entwicklung der Stadt Kassel nach dem Krieg bis in die heutige Zeit ein. In einem Film kommen zudem Zeitzeugen zu Wort. Schüler der Max-Eyth-Schule lesen aus Erinnerungsberichten vor. Musikalisch wird die Veranstaltung vom Cantamus-Chor des Staatstheaters Kassel begleitet, der Stücke aus der Kinderoper "Brundibár" vorträgt, die Hans Krása im Konzentrationslager Theresienstadt komponierte.
In der Nacht vom 22. auf den 23. Oktober hagelten über 400.000 Bomben auf Kassel nieder. 10.000 Menschen kamen im Feuersturm, der fast die gesamte Innenstadt zerstörte, ums Leben: eine Tragödie, die noch heute nachwirkt. Hätte Nazi-Deutschland nicht den Zweiten Weltkrieg begonnen, wäre Kassel nicht zerstört worden und hätten weltweit nicht über 60 Millionen Menschen ihr Leben verloren.
"Die Schilderungen der Zeitzeugen dieser schrecklichen Nacht sind eindrucksvoll", sagt Oberbürgermeister Christian Geselle. "Ich lade alle Bürgerinnen und Bürger ein, unserer Einladung zur Gedenkveranstaltung nachkommen. Wir dürfen die Schrecken dieser Zeit nie vergessen. Daran wollen wir gemeinsam erinnern."
Ein ökumenischer Gottesdienst in der Martinskirche mit Bischof Prof. Dr. Martin Hein und Dechant Harald Fischer schließt sich um 19.30 Uhr an die Gedenkveranstaltung an. Um 20.44 Uhr und damit zu dem Zeitpunkt, als das Bombardement vor 75 Jahren begann, werden stadtweit die Glocken verschiedener Kirchen zu hören sein.
Bereits um 14 Uhr findet eine gemeinsame Kranzniederlegung der Stadt Kassel und des Volksbundes Deutsche Kriegsgräberfürsorge e.V. am Ehrenmal für die Bombenopfer auf dem Hauptfriedhof Kassel, Karolinenstraße, Gräberfeld II, Abteilung 30, statt.
Um 16 Uhr wird in das 3D-Bronzemodell des alten Kassel auf dem Friedrichsplatz, gegenüber Café Nenninger (Sichtachse Untere/Obere Karlsstraße), durch Oberbürgermeister Christian Geselle enthüllt. Es ist eine hervorragende Ergänzung zum Modell der zerstörten Stadt, das im Stadtmuseum zu sehen ist. Die baulichen Strukturen Kassels vor und nach dem Zweiten Weltkrieg können anhand der Modelle gut sichtbar gemacht und erläutert werden. Das neue Modell ist in Kooperation der Stadt Kassel, des Vereins der Gäste-und Museumsführer in Kassel und Region e.V. und der Freunde des Stadtmuseums Kassel e.V. entstanden.
Auch diese beiden Veranstaltungen sind öffentlich.

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